| Monatsandacht September 2010 |
|
Es ist einerseits vielleicht nicht mehr die heutige Sprache. Gegenüber Helden sind wir vorsichtig, wenn nicht skeptisch geworden. Sie sind uns zu oft zu groß, zu abgehoben, zu unerreichbar. Wenn uns jemand schlicht hilft, den kleinen Alltag zu meistern, sind wir schon reich und gesegnet. Und doch sehnen wir uns nach dem starken Begleiter, der uns überragt, der hat, was wir nicht haben, auf den man sich verlassen kann, der eine größere Dimension in unser Leben bringt. Und – merkwürdig – die großen Filme, die wir uns gerne ansehen, sie kommen ohne diesen Helden – sei es Mann oder Frau – nicht aus. Es findet sich tief in uns eine Sehnsucht nach dem „Helden“, zu dem wir aufschauen, der uns aber ernst nimmt und für uns eintritt, der in letzter Konsequenz sein Leben für uns lässt. Eine meiner Herzensgrundfragen ist, - vielleicht sogar jeden Tag - : wer ist der Gott der Bibel für mich, für mich persönlich, für mich in meiner kleinen Welt, meinem Alltag, in meinen Herausforderungen, meinen Freuden, meinem Leid, meinem Lachen und Weinen? Ist er fern, ist er nah? Ist er interessiert, ist er gleichgültig? Und immer wieder denke ich: schrickt er nicht zurück, läuft er nicht weg bei all dem Unheiligen, das in mir rumort und mitunter ausbricht? Da brauche ich immer wieder den schlichten Zuspruch: ich bin bei dir!!! Ich bin der starke, ja der allmächtige Begleiter, der dich schützend und helfend überragt, der hat, was du nicht hast, auf den du dich verlassen kannst, der eine größere Dimension in dein Leben bringt. Er, der den Kampf gegen die Drachen des Bösen für dich geführt hat, gegen das drohende Gericht, gegen die Sinnlosigkeit, gegen das Monster des alles verschlingenden Todes… und der triumpfiert hat. Er sagt: „ich bin bei dir wie ein Held“. Jesus in unserem Verständnis als „Held“ zu bezeichnen“ wäre vielleicht etwas profan und fast banalisierend. Man müsste dann schon sagen: er ist der Held der Helden. Deshalb steht hier auch: „wie“… er ist bei mir wie ein Held. Aber eben viel mehr. Ich will und darf aufhören, selbst ein Held sein zu wollen. Ein seelsorgerlicher Buchtitel heißt: „Gott braucht keine Helden“… er ist der große Bruder, der siegreiche Kämpfer, der Beschützer, der Tröster, der Hoffnungsträger… und er ist bei mir. Während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, dass mir dieses schlichte Wissen, dieser schlichte Satz aus der Bibel so tröstlich nahe kommt… das gibt mir Mut und Zuversicht für die Aufgaben heute. Und wenn nicht alle Monster meines Lebens und Alltags h e u t e besiegt werden: ihre Tage sind gezählt, auch wenn ich diese Datums nicht kenne. Jürgen Grün, Pastor |







„Der Herr ist bei mir wie ein starker Held!“