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mit Keith Warrington in der Kreuzkirche Puchheim (Veranstaltet vom Landesverband, der GGE Südbayern und dem GJW- Bayern)
Mit „O happy day, when Jesus washed my sins away”, begrüßte die Lobpreisband aus der EFG Rosenheim die etwa 80 Gäste aus den südbayerischen Gemeinden in der Kreuzkirche Puchheim bei München. Die Herzlichkeit der Gastgeber und die Erinnerung an die Erlösung durch Jesus standen im Mittelpunkt der Eröffnungsrede. Das Thema „Das Reich Gottes ist mitten unter Euch“ wurde von Keith Warrington, einem ehemaligen Mathematiklehrer, sowohl biblisch-theologisch fundiert als auch praktisch anwendbar entfaltet. Den Initiatoren ist eine passende Kombination zwischen Thema und Wahl des Referenten gelungen. Wohltuend strukturiert, inspirierend und unterhaltsam zugleich wurde der Inhalt vorgetragen.
Was ist das Reich Gottes? Mit dieser Frage entfaltete Keith Warrington den theologischen Fachbegriff „Reich Gottes“ (griech.: basileia tou theou) als Königsherrschaft und Regentschaft Gottes. Dabei spannte er den heilsgeschichtlichen Bogen, angefangen von den alttestamentlichen Propheten über den Messias Jesus, bis hin zur eschatologischen Vollendung. Im Einzelnen bedeutet das: Das Königreich Gottes beschreibt zunächst einen Bereich in dem Gott regiert. Dazu gehören zum einen die Berechtigung und die Befähigung Gottes zum Regieren. von Anfang der Schöpfung an. Zum anderen gehören dazu die Bereiche, in denen Gottes Königsherrschaft sichtbar werden: • die Schöpfung von Anfang an, • die Herrschaft im Volk Israel • Mit der Menschwerdung von Jesus Christus beginnt eine neue „Etappe“ dieser Königsherrschaft. Das Besondere an ihr ist die universale Ausbreitung der Königsherrschaft Gottes. Ziel ist, dass sich Menschen auf der ganzen Welt der Herrschaft Gottes unterstellen. Innerhalb dieses Herrschbereiches macht Gott selber Vorgaben und steckt den ethischen Rahmen ab. Er stellt aber auch klar und sagt, was nicht zu diesem Reich Gottes passt. Eine erste Einführung darüber, worum es bei dieser Königsherrschaft geht, gibt Jesus mit dem für damaligen Ohren aufrüttelnden und elektrisierenden Satz: „Die Zeit ist erfüllt, dass Reich Gottes ist jetzt zu Euch gekommen. Kehrt um und glaubt an das Evangelium“. Damit wird deutlich: Dieses Königreich wird nicht mit irdischen Machtstrukturen ausgebreitet, sondern es breitet sich aus durch die Predigt. Dadurch wird das menschliche Herz erfasst und durch den Heiligen Geistes zur Umkehr geführt. Von der zeitlichen Abfolge her zeigt Jesus in diesem Reich immer zuerst als der Herr und dann als der Erlöser.
Zu welchem Zweck und mit welchem Ziel der Messias Jesus, diese Königsherrschaft propagiert? Sinn und Ziel ist:
- Dass viele Menschen in dieses Königreich eintreten.
- Den königlichen Menschen zu „erschaffen.
- Die ganze Schöpfung am Ende der Zeit zu erneuern.
- Gottes Absicht, unter Christus Jesus, dem Haupt und König, alles zu vereinigen.
Danach wird Jesus dem Vater das Königreich zurückgeben. „Diese Wiederherstellung der Schöpfung hat mit dem ersten Kommen von Jesus begonnen und dieses Reich ist unter Zeichen und Wundern und mit dem Sühnetod von Jesus Christus angebrochen“. Gott hat seine Gottesherrschaft durch den Herr (griech.:kyrios) Jesus unter uns Menschen sichtbar aufgerichtet. Daraus ergibt sich: Wer in dieses Königreich Gottes eintritt, für den wird das Leben auf andere Weise weiter gehen als bisher.
Die Übertragung und Anwendung auf unser Leben wurde mit der Frage eingeleitet:„Was bedeutet die Königsherrschaft für mich selbst, und wie wirkt sie sich in meinen Beziehungen aus?
- Durch den Eintritt in dieses Reich Gottes wird die Beziehung zu Gott faktisch wiederhergestellt. Demzufolge werden die Freundschaft zu Gott und die Freundschaft der Menschen untereinander aufgebaut. Gleichzeitig wird der Mensch mit einer neuen Bevollmächtigung und einer göttlichen Befugnis ausgestattet (Johannes 1,12)
- Die Herrschaft Gottes wird sich auf die menschliche Arbeitsauffassung und Arbeitsmoral auswirken: Der Mensch wird sich unter der Königsherrschaft Gottes ab sofort nicht mehr nur als „Lasttier“ verstehen, sondern er übernimmt Verantwortung als Partner Gottes in dieser Welt. Wir werden zwar nach wie vor einen irdischen Chef haben; aber unser Herr ist jetzt Jesus, und wir helfen ihm mit unserer Arbeit dabei, die Erde und die Verhältnisse darauf zu verbessern. Dadurch wird die Schöpfung an die ursprüngliche Absicht Gottes mit ihr näher herangeführt.
- Durch den Eintritt in Gottes Königreich wird der „neue Mensch“ in den Stand eines „Königlichen Priestertums“ versetzt. Wir haben als solche eine Beauftragung für die Erde. Sehr anschaulich und einprägsam führt Warrington aus:„Waren wir vorher Teil von Gottes Problem, so sind wir jetzt Teil der Lösung“ indem wir der Welt den Kyrios Jesus und dessen Herrschaftsanspruch übermitteln.
Vier Lebensbereiche in denen die Königsherrschaft Gottes sich entfalten will:
- Ehe und Familie.
- Unser Berufsleben.
- Unser privaten Umfeld- Freundschaften, Nachbarschaft.
- Vollmacht über sich selbst gewinnen durch Gottes Herrschaft.
Ehen und Familien können sich bewusst unter Gottes Herrschaft stellen. Dadurch wird viel ins Lot kommen. Zum Beispiel kann die Rivalität der Geschlechter ausgeräumt werden, und im Miteinader der Beziehungen das Beste für Gottes Reich bewirkt werden. Auch im Blick auf die Kindererziehung wird die Gottesherrschaft helfen, Kinder in Liebe und Wahrheit zu erziehen. Auch durch unseren Beruf soll die Königsherrschaft Gottes ausgebreitet und verkündigt werden. Gott hat Freude daran, wenn der Beruf nicht nur als notweniges Übel angesehen wird. Als Partner Gottes werden wir im Beruf das Beste geben und auf diesem Weg mithelfen, die Lebensumstände von Menschen zu optimieren, das heißt, die Schöpfungsordnung wieder ein Stück mehr wiederherzustellen. Als Berufsbeispiel nannte Warrington den Informatiker. Er führte aus: „Gott hat ein Interesse daran, dem Informatiker zu helfen, gute Computerchips zu erfinden“. Durch ausgefeilte Chiptechnik kann beispielsweise die Kommunikationsmöglichkeit und -fähigkeit zwischen den Menschen verbessert werden. Oder: „der Gärtner ist der älteste Beruf auf der Welt“. Zur Arbeit im Reich Gottes gehört die Erde, den Garten Eden zu bebauen, zu bewahren und zu bewachen.
In unserem privaten Umfeld - Freundschaften, Nachbarschaft - kann die Gottesherrschaft durch uns auf ganz praktische Weise sichtbar werden.
Gottes Herrschaft schenkt Vollmacht über sich selbst, über Versuchungen und über Sünden. Auch wenn ein Mensch damit nicht allein klar kommt, kann er sich einen Menschen anvertrauen und gemeinsam mit einem Seelsorger einen Weg suchen, wie Gottes Herrschaft sich weiter in ihm ausweiten kann.
Warrington kritisierte humorvoll und ernsthaft zugleich, dass Gemeinden manchmal eine bestimmte Reihenfolge nicht beachten. Zuerst sollte ein Mensch Jesus bitten, ihn in sein Reich aufzunehmen, danach folgt die Bitte um die Vergebung der Sünden. Der weitere Schritt sei dann, zu fragen, wie sich die Herrschaft Gottes in mir, in meiner Familie und im Freundeskreis und in meinem Beruf und in der Nachbarschaft auswirken will. Erst nach diesem Prozess ist ein Mensch auch fähig, andere in wohltuender Weise ins Königreich Gottes einzuladen, d.h. zu evangelisieren. In diesem „vierfachen Ackerfeld“ unserer Beziehungen, stellt die Gemeinde die Unterstützungsgruppe für den Einzelnen dar, um ihm zu helfen, in allen Bereichen gemäß dem Reich Gottes leben zu lernen. Am Nachmittag wurde in Kleingruppen das Thema der Königsherrschaft Gottes weiter vertieft. In diesem persönlich gestalteten Rahmen bestand die Möglichkeit, anhand von drei Fragen, Ziele zu stecken, Ressourcen zu mobilisieren und Vorgehensweisen zu entwickeln, mit denen jeder in seinem persönlichen Umfeld die Kraft des Reich Gottes spürbar unter die Menschen bringen kann. Die Tagung wurde durch eine Lobpreiszeit und einen Segnungsteil abgeschlossen. Ein Dank gilt der Gemeinde Puchheim als Tagungsort, der GGE und dem Landesverband Bayern für die Vorbereitung und Durchführung des Tages und dem GJW für die umfassende Versorgung.
Zwei Konferenzteilnehmer sollen abschließend noch zu Wort kommen:
- „Der Gemeindetag in Puchheim hat mir sehr gut getan und ich habe einige Veränderungen in meinem Leben beschlossen."
- „Das Thema war nicht nur zum Nachdenken sondern wirklich inspirierend dargeboten.Mir selbst wurde klar, ich darf in diesem Königreich Gottes wirklich leben und ihm sollte unsere erste Loyalität gelten."
Nach einem Bericht von Pastor Friedbert Kirsch, EFG Regensburg |