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Seminartag in Braunschweig (14.12.2006)

Heilung und Befreiung durch Jesus Christus: Bibel wichtiger als Erfahrung

GGE-Seminar: Kritik an zunehmender Verwirrung – Keine Befragung von Dämonen

Braunschweig – Die eigene Erfahrung darf im übernatürlichen Heilungs- und Befreiungsdienst nicht zur Grundlage einer Lehre erhoben werden. Ausschlaggebend dürfe für Christen allein das biblische Zeugnis sein. Diese Anschauung vertritt der Theologe und Buchautor Dr. Heinrich Christian Rust (Braunschweig). Darauf wies der Baptistenpastor auch auf einem Seminar der Geistlichen Gemeindeerneuerung (GGE) im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden am 8. und 9. Dezember in seiner Gemeinde, der Braunschweiger Friedenskirche, hin.

Das Treffen zählte 85 Teilnehmer aus ganz Deutschland. „Der Dienst der Heilung und Befreiung gehört zu den Kernkompetenzen der Gemeinde Jesu Christi“, so Rust. In den Vorträgen und Aussprachen ging es sowohl um eine biblisch-theologische als auch eine seelsorgerlich-therapeutische Orientierung. Rust beklagte eine „zunehmende Verwirrung in diesem Bereich durch Menschen, die in einem Heilungs- und Befreiungsdienst stehen, und die ihre persönliche Erfahrung zur lehrmäßigen Grundlage für andere machen wollen.“ Kritik übte er dabei an einer Seelsorgepraxis, die eine Befragung von Dämonen zur Basis für einen Befreiungsdienst macht. Eine solche Praxis werde im Neuen Testament nicht nahe gelegt.

Der leitende medizinische Direktor des Diakonie-Krankenhauses Elbingerode, Dr. Martin Steinbach, riet ebenfalls zur Umsicht. Alle körperlichen und psychischen Symptome, die auf eine okkulte Belastung schließen lassen könnten, kämen auch im Bereich von Erkrankungen vor. Ohne die Gabe der Unterscheidung der Geister würde es in der Diagnose deshalb sehr schwer. Steinbach selber berichtete von einigen Befreiungsdiensten, die er im Laufe seines Berufslebens erlebt habe.

Beispiele aus der Praxis präsentierte die Sozialtherapeutin und Seelsorgerin Gerda Krüger (Ludwigsburg). Sie rief zu „einem mutigen und zugleich besonnenen Vorgehen“ auf. Wichtig sei es, dass die Betroffenen selber in einer Atmosphäre der Liebe aufgefangen würden. „Heilung und Befreiung braucht manchmal mehr Zeit als wir denken, und wir nehmen uns auch diese Zeit“, so die Seelsorgerin.

(2006-12-14)